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WILLKOMMEN BEI SKANDALJÜNGER
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Wer ist der sog. Simon von Kyrene? (Mk 15,21)
Es ist auffallend, wie betont Mk die Zahl drei nennt. Unübersehbar ist das schließlich in der Passionsgeschichte, wenn Jesus dem Petros in einem rätselhaften Zahlenspruch prophezeit, dass der ihn dreimal ablehnen werde (14,30; vgl. https://www.skandaljuenger.de/post/wie-steht-es-um-petros-und-um-sein-erinnerungsvermögen-mk-14-72). Den Höhepunkt dieser Zuspitzung auf die Zahl drei stellt das Dreierschema am Todestag Jesu dar – mit der Kreuzigung zur dritten Stunde, der Finster
martinzoebeley
7. Juli 20257 Min. Lesezeit


Übersetzungsfehler: Was heißt „in meinem Namen“? (Mk 9,38)
Der Begriff des Namens ermöglicht es, wichtige Fragen aus dem Gesandtenrecht aufzugreifen. Wer darf überhaupt in Jesu Namen sprechen? Wer ist beauftragt, im Namen Gottes zu verkündigen oder Machttaten zu tun? Und was bedeutet das für den Christus-Titel, der schon bei Mk sich als Teil des Namens Jesu erkennen lässt (vgl. 6,14)? Die je unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs werden in einer komplexen Spruchreihe thematisiert (9,37ff), in der es um Vollmacht und Gehorsam ge
martinzoebeley
4. Juli 20254 Min. Lesezeit


Ceterum censeo: War Petros von Beruf ein Fischer?
Aus Gründen, die noch zu benennen sein werden, halte ich es für falsch, wenn in der akademischen oder der kirchlichen Theologie… …als Beruf des Petros und der anderen Brüder Fischer angegeben wird. Geforscht wurde viel in den letzten Jahrzehnten über die Sozialstrukturen im antiken Galiläa. Von Bedeutung war das insofern, als dadurch die äußeren Lebensbedingungen Jesu ermittelt werden konnten, wobei stillschweigend davon ausgegangen wurde, dass Jesus tatsächlich in Galilä
martinzoebeley
4. Juli 20257 Min. Lesezeit


Aus dem kleinen ABC zum Markus-Evangelium: L – Lehre
Seit jeher gilt Jesus als Lehrer. Diese Rollen-Zuschreibung hat sich in der Breite der Evangelien-Literatur niedergeschlagen, ihren Ursprung hat sie höchst wahrscheinlich bei Mk. Dessen spezifische Darstellung wurde jedoch seit je von der des Matthäus dominiert, der das Lehrer-Bild entscheidend umgeprägt hat. Was Jesus inhaltlich gelehrt hat, scheint allgemein bekannt zu sein: Das nahe Gottesreich, Umkehr, Vergebung - und nicht zuletzt das Doppelgebot der Liebe zu Gott und zu
martinzoebeley
29. Mai 202512 Min. Lesezeit


Die Geschichte des sog. Einzugs nach Jerusalem (Mk 11,1-11)
Der triumphale Einzug Jesu nach Jerusalem wird in der Tradition der Kirche dargestellt, als handle es sich dabei um eine historische Tatsache. Mk erzählt diese Geschichte jedoch anders; mit ihren allegorischen Anspielungen ist sie von einem Tatsachenbericht weit entfernt - und noch weiter von all jenen Bildern, die mit dem Fest zu Beginn der Karwoche untrennbar verbunden sind. Bei Mk gibt es keine Menschenmengen, die Jesus am Weg zujubeln oder ihm huldigen, geschweige denn je
martinzoebeley
10. Apr. 20254 Min. Lesezeit


Verzeichnis der Bibelstellen (MkEv, Auswahl)
1,1 aus-dem-kleinen-abc-zum-markus-evangelium-a-anfang 1,3ff wer-war-johannes-der-täufer 1,15 übersetzungsfehler-die-ersten-worte-jesu-mk-1-15 1,16 übersetzungsfehler-1-16-die-netze-des-simon-und-seines-bruders 1,16 wer-war-andreas 1,29 wer-war-andreas 1,29f die-geschichte-der-schwiegermutter-des-petros-mk-1-29-31 1,33 aus-dem-kleinen-abc-zum-markus-evangelium-t-tür 1,40ff übersetzungsfehler-mk-1-40ff-jesus-heilt-einen-aussätzigen-dann-einen-gelähmten 2,1ff übersetzungsfehler
martinzoebeley
2. Apr. 20251 Min. Lesezeit


Glosse: Bericht zur Schieflage der Nation
Vortrag zum Neujahrsempfang der Gemeinde Pullach im Isartal, gehalten am 10.1.2025. Sehr verehrte Frau Bürgermeisterin, meine sehr...
martinzoebeley
19. März 20256 Min. Lesezeit


Wer ist Andreas?
Auf dem Bild ist fast nichts zu sehen von dem Kreuz, an dem Andreas der Legende nach gestorben sein soll, geschweige denn von einem Kreuz in X-Form, einem Hinweis auf den griechischen Buchstaben Chi des Christus-Monogramms. Caravaggio stellt stattdessen die beiden Körper gleichsam als Kreuz dar – in einer angedeuteten X-Form. Über das Ergehen und den tatsächlichen Tod des Apostels ist in der Bibel nichts zu erfahren. Umso phantasievoller sind die späteren Berichte über ihn. A
martinzoebeley
7. März 20255 Min. Lesezeit


Übersetzungsfehler: Es ist genug! (Mk 14,41)
Gethsemani: Eine Schlüsselszene des Mk mit einer entscheidenden Aussage Jesu. Umso erstaunlicher ist die Beharrlichkeit, mit der nahezu alle deutschen Übersetzungen an einer falschen Übersetzung der Vulgata festhalten. Freilich ist die kurzgliedrige Satzkette in 14,41 rätselhaft, ihre Prägnanz typisch für den Erzählstil des Mk. Mag der Ausdruck α π εχει (apechei) zunächst kryptisch oder auch anstößig erschienen sein, so konnten spätere Übersetzungs- und Auslegungs-Traditione
martinzoebeley
5. März 20254 Min. Lesezeit


Ceterum censeo: Zu den Zwischen-Überschriften in den Editionen des Mk
Aus Gründen, die noch zu benennen sein werden, halte ich es für falsch, wenn in Bibel-Editionen… …die Erzählung des Mk durch Zwischen-Überschriften zerteilt, gedeutet und verfremdet wird. In Fachkreisen ist es durchaus üblich, die Nase über die Zwischen-Überschriften zu rümpfen, die seit einigen Jahrzehnten in die Bibel-Texte redaktionell eingezogen werden. Wie problematisch sie tatsächlich sind, soll hier anhand einiger Überschriften aus den Editionen des Mk überprüft werd
martinzoebeley
30. Jan. 20254 Min. Lesezeit


Aus dem kleinen ABC zum Markus-Evangelium: E – Essen
Von Anfang an geht es Mk darum, wer Jesus ist und woran er sich erkennen lässt. In dieser entscheidenden Frage versagt die Generation der Schüler. Mk räumt ihr bewusst nicht das Privileg ein, die Bedeutung Jesu unmittelbar erfasst zu haben. Denn für sie ist er nur ein Lehrer unter vielen, ein Rabbi (9,5; 11,21; 14,45) oder ein Christus, wie Petros behauptet (8,29). Ausgerechnet die Augen- und Ohrenzeugen können Jesus weder sehen, noch hören, wie Mk mit Bezug auf Jesaja mehrfa
martinzoebeley
30. Nov. 20248 Min. Lesezeit


Die Geschichte des "Einen" (sog. "reichen Jünglings", Mk 10,17ff)
Diese pointenreiche, aber vergleichsweise wenig bekannte Erzählung zeigt nur zwei Akteure, Jesus und den Einen . Trotz seiner Namenlosigkeit ist der Eine bei Mk eine wichtige Erzählfigur. Erst nach und nach ist zu erfahren, was ihn eigentlich auszeichnet. Unklar bleibt, warum Jesus ihn liebt, wie es rätselhaft im Zentrum der Geschichte heißt. Zunächst ist er jemand, der nur hinzuläuft (10,17). Er kommt Jesus also auf dem Weg entgegen, vielleicht aus größerer Entfernung. Am
martinzoebeley
24. Nov. 20246 Min. Lesezeit


Anmerkungen zur Endzeit-Rede Jesu (Mk 13)
Der kunstvoll gebaute Rede-Komplex in Mk 13 steht in deutlicher Entsprechung zur ersten Rede Jesu (Mk 4), allein schon durch die Symmetrie des Gesamtaufbaus des Mk. Im Unterschied zu ihr wurde er in der Kirche wie auch in der Wissenschaft lange Zeit vernachlässigt. Heute findet er in der Forschung zunehmend Beachtung. Dabei wird er nach wie vor mit einer schriftlichen Vorlage erklärt, die es nie gegeben hat. Für beides gibt es Gründe. Die Endzeit-Rede mit ihren Anspielungen a
martinzoebeley
12. Nov. 20244 Min. Lesezeit


Glosse: Gern gendern!
Dieser Blog-Beitrag ist ein Aufruf an Sie als Leser:innen, Leser*innen, Leser/-innen oder einfach Lesende – sowie an alle, die solche Erscheinungformen des Genderns ablehnen. Weil es mühsam ist. Weil es falsch ist. Weil es scheußlich ist. Mal ehrlich. Schön ist es selten, vor allem im Behörden-Jargon, der auch sonst selten schön ist. Freilich habe ich selbst immer wieder eingestimmt in das Lied Das Gendern ist des Pfarrers Lust . Was muss das für ein Pfarrer sein, dem niemals
martinzoebeley
11. Nov. 20243 Min. Lesezeit


Was zeichnet die Griechin aus Syrophönizien aus? (Mk 7,24-30)
Nimmt man die Erzählung des Mk ernst, was angesichts der witzigen Erzählweise nicht selbstverständlich ist, so können manche exegetischen...
martinzoebeley
7. Nov. 20246 Min. Lesezeit


Übersetzungsfehler: Die ersten Worte Jesu (Mk 1,15)
Es versteht sich von selbst: Die ersten Worte, die Mk seinem Jesus in den Mund legt, haben eine hohe programmatische Qualität. Weil die ihnen angemessene Deutung grundlegend ist, sind Umdeutungen oder gar Fehler in der Übersetzungstradition besonders fatal. NB: Im Textausschnitt auf dem Bild fehlt die einleitende Wendung und sprach bzw. sprechend (λέγων) , die in den meisten Übersetzungen zu Beginn von V. 15 angegeben ist. Da es im Rahmen dieses Blogs nicht um die Details te
martinzoebeley
17. Sept. 20243 Min. Lesezeit


Ceterum censeo: Hatte Jesus Freunde?
Aus Gründen, die noch zu benennen sein werden, halte ich es für falsch, wenn in der akademischen oder der kirchlichen Theologie… …die Jünger als die Freunde Jesu bezeichnet werden. Im Evangelium nach Johannes wird klar beschrieben, was Freundschaft zu Jesus bedeutet. Da spricht Jesus seine Freunde direkt an (Joh 15,14f), die er dadurch qualifiziert, dass sie tun, wozu er sie beauftragt. Die freundschaftliche Liebe ist schon bei Mk ein Thema. Wer aber sind hier die Freunde
martinzoebeley
8. Sept. 20243 Min. Lesezeit


Aus dem kleinen ABC zum Markus-Evangelium: N – Namen
In der Wahl der Namen für seine Akteure und Ortschaften ist der Erzähler des Markus-Evangeliums nicht völlig frei. Einige Namen sind ihm vorgegeben, sei es aus der Tradition jüdischer Schriften, sei es aus der Zeitgeschichte Jesu. Manche kann er als bekannt voraussetzen, andere hat er für sein kunstvolles Konzept eigens zu erfinden. In der Gestaltung der Namen zeigt sich einmal mehr die Meisterschaft des auktorialen Erzählers. Manche seiner Erzählfiguren, unter ihnen besond
martinzoebeley
7. Aug. 202410 Min. Lesezeit


Die Geschichte der sog. Auferstehung?
Mit diesen Worten war einer der ersten Blog-Beiträge überschrieben, freilich noch ohne Fragezeichen (vgl. https://www.skandaljuenger.de/post/die-geschichte-der-auferstehung ). Der Beitrag war jenem so befremdlichen wie skurrilen Ende gewidmet, das weithin als Ostergeschichte gilt, wenn nicht sogar als deren Prototyp (16,1-8). Es bleibt dabei: Mk erzählt keine Ostergeschichte. Was er aber zum Thema der hier fraglichen Auferstehung erzählt, unterscheidet sich wesentlich von säm
martinzoebeley
29. Juli 20247 Min. Lesezeit


Anmerkung – gegen den sog. vormarkinischen Passionsbericht
Schon klar, Wissenschaft läuft über den Konsens. Wenn aber ein Konsens von Forschenden auf falschen Übersetzungen sowie fragwürdigen und unbewiesenen Behauptungen basiert, bedarf es eines entsprechend deutlichen Einspruchs. Eine kaum begründete und doch permanent vervielfachte Theorie behauptet die Existenz eines sog. vormarkinischen Passionsberichts. Dagegen spricht so ziemlich alles, was am Text selbst sich beobachten lässt. Die offizielle Schulmeinung geht nach wie vor dav
martinzoebeley
15. Juli 20243 Min. Lesezeit
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