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Übersetzungsfehler in der Bibel: Störende Satzkonstruktionen

Aktualisiert: 13. Apr.



Die Sprache des Mk wird vielfach als ein kunstloses Koinè-Griechisch angesehen. Ein solches Pauschal-Urteil trifft freilich nur eine Seite des Textes, eben jene, die bewusst einfach sein wollte. Die im Römischen Weltreich allgemein verstanden werden konnte.


Es gibt aber auch die andere Seite, jene also, die den Erzählfluss vermeiden oder sogar verhindern soll. Jedenfalls wird von Mk kaum eine Szene erzählt, die nicht irgendwie gestört oder komisch gebrochen wäre, bis hin zu den Momenten von Kreuzigung und Grablegung.


Dabei ist schon das ein Zeichen seiner literarischen Kunst: wie selbstverständlich Mk die Alltags-Sprache (z.B. das Anakoluth) mit Stilmitteln der gehobenen Literatur (z.B. τηλαυγῶς, fernleuchtend, 8,25) sowie der schriftlich tradierten Kultsprache Israels verbindet (z.B. mit den Hebraismen der LXX, etwa mit der häufigen Wendung Er begann).


War seine Erzählung von einem heiligen Text ursprünglich weit entfernt, so konnte sie doch in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen werden, entschärft durch die redaktionelle Bearbeitung des Matthäus, der einige Störungen entsprechend seiner judäochristlichen Tendenz korrigierte, und des Lukas, der sie zugunsten der literarischen Kohärenz glättete.


Immer wieder sind auch ungewöhnliche Wortbildungen auffallend, beispielsweise in den zahlreichen Komposita mit dem Präfix mit- . Sie sind für Petros bezeichnend, bilden sie doch sein Maulheldentum ab (z.B. wenn ich mitsterben müsste mit dir, 14,31) sowie seinen Opportunismus (z.B. er war mitsitzend mit den Gehilfen und sich wärmend zum Licht hin, 14,54). Und so spießen sie ironisch sein früheres Mitliegen mit den Zöllnern und Sündern auf (2,15; vgl. 6,22).


Aufmerksamkeit schafft auch der häufige Tempus-Wechsel von Verben - etwa ins Präsens, mag das auch als Praesens historicum interpretiert oder übersetzt werden. So wird das Bewusstsein der Leser:innen für das aktuelle Geschehen aktiviert, sei es für das autoritative Auftreten Jesu (z.B. in den zahlreichen Rede-Einleitungen) oder für das unangemessene Verhalten der Schüler (z.B.: Sie nehmen ihn mit im Boot, wie er war, 4,36).


Also sind es nicht nur die ungewöhnlichen Satzkonstruktionen, die kunstvoll auf die Bedeutung des Geschehens hinweisen. Immer wieder wird die Aufmerksamkeit schon durch ein deiktisches Siehe oder durch andere emphatische Ausrufe geweckt.


Auch der unvermittelte Appell Jesu in der sog. Endzeit-Rede, das Gelesene zu verstehen, wäre hier zu nennen, wobei sich der auf das Zitat beziehen dürfte und damit auf das Buch Daniel, nicht auf die Rede (13,14; vgl. Dan 9,27).


Was bei Mk literarisch immer wieder stört, sind Sätze, die ungewöhnlich oder falsch konstruiert sind. Die Frage, warum sie das sind, lässt sich, wenn überhaupt, nur im Einzelfall beantworten. Und doch wird jedes Mal der Fluss des erinnernden Erzählens unterbrochen, zugunsten einer szenischen Vergegenwärtigung des Geschehens.


Als besonders kunstvolle Störungen können jene Satzketten gelten, die schon im Sprechakt selbst das Geschehen deuten. So bildet etwa die pausenlose Partizipienkette in der Geschichte der sog. Blutflüssigen Frau ihr andauerndes Leiden ab (5,25ff). Das kommt just in dem Moment zum Stillstand, als sie Jesus endlich berührt (5,27).


Ganz anders dagegen die aneinander gereihten Aussagen über die Reinheit (7,1ff). Hier lässt sich in den mühsam verschachtelten Satzkonstruktionen die verklausulierte Sprache von Rechtstexten wiedererkennen. Mit anderen Worten: Nicht nur die Satz-Aussagen tragen Bedeutung, das tun schon deren grammatikalische Bedingungen.


Zu nennen sind hier auch jene demonstrativ nachgetragenen Begründungen, die dazu dienen, vorangehende Störungen oder unzureichend-defizitäre Angaben nachträglich in den Erzählkontext zurückzuholen.


Typische Beispiele hierfür sind mit dem Auftreten der Schüler verbunden, besonders mit der Erzählfigur des Petros. Kontextuell zu spät erfolgende Erklärungen wie „Denn sie waren Fischer“ (1,16) oder „Denn er [der Stein] war sehr groß“ (16,4) zählen zu solchen nachklappenden Begründungen, die eine vorangegangene Störung verstärken, indem sie sie scheinbar plausibel machen.


Ein besonderes Hindernis für den Erzählfluss ist die sog. Aposiopese – das Fehlen der finalen Satz-Aussage bzw. des eigentlich erwarteten Satz-Endes. In deutschen Übersetzungen ist diese rhetorische Figur kaum je adäquat wiedergegeben. Doch ist sie oft schon in der lateinischen Übersetzungs-Tradition korrigiert oder geglättet, des ungestörten Erzähl-Zusammenhangs zuliebe.


Ein Beispiel dafür ist im Bild oben zu erkennen. Der Ausschnitt aus der Gutenberg-Bibel zeigt den Moment, in dem die Schüler fliehen – und nicht nur sie, sondern alle, wie es umfassend heißt. Im lateinischen Text wird dieser entscheidende Vorgang, der dazu dient, die Zwölf in ihrer Bündnistreue gegenüber Jesus zu desavouieren und als Zeugen für ihn auszuschalten, folgendermaßen erzählt (14,49f, vgl. Bildmitte).


[49] Quotidie eram apud vos in templo docens et non me tenuistis. Sed ut adimpleantur scripturae. [50] Tunc discipuli eius relinquentes eum omnes fugerunt.


Dagegen übersetzt Luther 1522 die Szene so:

ich byn teglich bey euch ym tempel gewesen, vnd hab geleret, vnd yhr habt mich nit griffen, Aber auff das die schrifft erfullet werde. Vnd die iungern verließen yhn alle, vnd flohen.


In beiden Fällen entsteht der Eindruck, die Verhaftung sei deshalb erfolgt, weil das in den (jüdischen) Schriften so verheißen gewesen sei. Danach (vgl. lat. tunc) und unabhängig davon treten sie alle die Flucht an - und so bleiben nur diejenigen bei Jesus, die ihn dann abführen.


Sinnlos ist die lateinische Übersetzung nicht, doch ist kein Schriftzitat bekannt, das diese Deutung nahelegen würde. Vor allem aber entspricht sie mit dem tunc nicht der Vorlage des Mk.


καθ’ ἡμέραν ἤμην πρὸς ὑμᾶς ἐν τῷ ἱερῷ διδάσκων καὶ οὐκ ἐκρατήσατέ με· ἀλλ’ ἵνα πληρωθῶσιν αἱ γραφαί. Καὶ ἀφέντες αὐτὸν ἔφυγον πάντες.


Hier wird kunstvoll ein besonderer Augenblick realisiert, szenisch erzählt und dramatisch zugespitzt. Erst äußert Jesus sich zu den Umständen seiner Verhaftung. Dann hebt er neu an mit einem Schriftzitat, mit dem er den Schülern eine Strafe androhen könnte. Die aber braucht er nicht mehr auszusprechen, weil just in diesem Moment alle geflohen sind, mit Ausnahme des Burschen, der danach unter ganz besonderen Umständen flieht (14,51f).


Entscheidend dabei ist zweierlei: Sie alle fliehen anlässlich einer Jesus-Rede, und sie fliehen vor einem eigens eingeleiteten, aber nicht mehr zitierten Schriftwort, das für sie als Schüler doch besonders wichtig sein sollte.


Dass es sich dabei um eine Drohung handelt, kann nur erkennen, wer den Zusammenhang zur vorangehenden Prophezeiung gegenüber den Zwölfen wahrnimmt. Die erfolgt ihrerseits im Anschluss an ein Schriftzitat – und wird irreführend nur als nachösterliche Verheißung gedeutet: Aber nach dem ich aufferstehe, will ich fur euch hyn ynn Gallilean gehen (14,28; Luther, 1522).


Dabei ist das bei Mk eine veritable Gerichtsandrohung: Aber nach meinem Aufgewecktsein werde ich euch vorladen in Galiläa!


Und so ist es nicht erstaunlich, dass auch dieser Moment szenisch erzählt wird (14,28). Petros überhört die Drohung, jedenfalls geht er nicht darauf ein, sondern nur auf die mit dem Schriftzitat belegte Prophezeiung, ohne zu bemerken, dass die keineswegs dem Wortlaut der Schrift entspricht (Alle werdet ihr zu Fall kommen, weil geschrieben ist: Schlagen werde ich den Hirten und die Schafe werden zerstreut werden; 14,27, vgl. Sach 13,7).


So gesehen ist es nicht erstaunlich, wenn am Ende auch die Frauen vom Grabdenkmal fliehen. Ihre Flucht bezieht sich auf die der Schüler zurück, ebenso der Auftrag jenes Burschen, der dort auf dem Ehrenplatz sitzt: Saget seynen iungern, vnd Petro, das er fur euch hyn ynn Gallilean gehen wirt, da werdet yhr yhn sehen, wie er euch gesagt hat (16,7; Luther 1522).

Oder eben: Sagt seinen Schülern und Petros, dass er euch vorladen wird in Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.


NB: Was der Jesus des Mk tatsächlich gesagt hatte, war die Prophezeiung, dass er als endzeitlich wiederkehrender Menschensohn gesehen werde (14,62), freilich nur von den Prozess-Beteiligten, denen er in einem endzeitlichen Rollentausch zum Richter wird. Den Schülern und besonders Petros steht das Gericht in Galiläa unmittelbar bevor (vgl. 13,26.29).


Grundsätzlich können fehlerhafte Sätze, Ellipsen oder plötzliche Satz-Abbrüche zu den wichtigsten Stilmitteln des Mk gezählt werden. Dass sie hauptsächlich mit Petros verbunden sind, belegen einige der unten genannten Beispiele.


Sie rücken die narrative Kunst des Mk in ein (nicht mehr ganz) neues Licht. In keinem Fall aber sind sie mit den überholten Deutungsmustern redaktioneller Text-Entstehung erklärbar, als habe Mk die Formulierungen bereits in irgendwelchen Überlieferungen vorgefunden. Ebenso wenig lassen sie sich mit mündlichen Traditionen erklären.


Solche Störungen sind auch für den liturgischen Vortrag ein Problem, weil sie dem kirchlichen Sprechakt nicht angemessen sind. Typisch sind sie vielmehr für einen szenischen Vortrag, der bewusst in den Kontext einbrechen und eine situative Spannung oder auch Situationskomik auslösen kann. So sind sie ein literarischer Trick von Bühnenautoren, insbesondere von Komödienschreibern.


In den Übersetzungen sind diese Brüche meist geglättet, in der berechtigten Absicht, ein komplexes Geschehen nachvollziehbar wiederzugeben und das Verstehen zu erleichtern. Erreicht wird allerdings das Gegenteil, wenn der Sinn einer Störung verloren geht und damit die Irritation durch einen narrativ bedeutsamen Kairos.


Hier also einige Beispiele für absichtlich gestörte Satzkonstruktionen – sowie der Versuch, ihnen jeweils in möglichst kurzen Kommentaren gerecht zu werden.


2,10:

ἵνα δὲ εἰδῆτε ὅτι ἐξουσίαν ἔχει ὁ υἱὸς τοῦ ἀνθρώπου ἀφιέναι ἁμαρτίας ἐπὶ τῆς γῆς– λέγει τῷ παραλυτικῷ·

(Von NA 28 abweichend wiedergegeben, zahlreichen Handschriften entsprechend )

Damit ihr erkennt, dass der Menschensohn Vollmacht hat, zu erlassen Sünden auf der Erde – spricht er zu dem Erschlafften: […]


Bis zu der mit dem Gedankenstrich markierten Zäsur spricht Jesus in der direkten Rede die Schreiber an – und über sie hinaus die Leserschaft des Mk. Dann wendet er sich, ohne den Satz regulär zu Ende zu bringen, mit der indirekten Redeeinleitung dem Paralysierten zu. -


Dreierlei lässt sich dabei beobachten. Erstens wird damit die Identität des Sprechenden mit dem zum Sündenerlass bevollmächtigten Menschensohn bestätigt. Zum anderen wird ein quasi szenisches Hinwenden zum Paralysierten abgebildet. Drittens markiert der Abbruch die eigentliche Pointe, die Unmöglichkeit nämlich, die Vollmacht zum Sündenerlass sichtbar zu machen.


2,22:

καὶ οὐδεὶς βάλλει οἶνον νέον εἰς ἀσκοὺς παλαιούς· εἰ δὲ μή, ῥήξει ὁ οἶνος τοὺς ἀσκοὺς καὶ ὁ οἶνος ἀπόλλυται καὶ οἱ ἀσκοί· ἀλλ’ οἶνον νέον εἰς ἀσκοὺς καινούς.

Niemand wirft jungen Wein in alte Häute, sonst wird der Wein die Häute zerreißen und der Wein wird vernichtet und die Häute... Aber – jungen Wein in neue Häute!


Aus der Rede mit einigen alltagsbezogenen Bildworten, Rätseln über die Brauchbarkeit veralteter Bedingungen, bricht der nachklappende prädikatlose Befehl plötzlich aus. Das

Innehalten nach dem bereits überhängenden Wort für Häute... wurde in einigen Handschriften durch ein weiteres Prädikat aufgefangen. -

Die alten Häute sind wohl eine ironische Anspielung auf die traditionsverhafteten Schüler.


6,9

ἀλλ’ ὑποδεδεμένους σανδάλια, καὶ μὴ ἐνδύσησθε δύο χιτῶνας.

Aber untergebundene Sandalen! Und zieht nicht zwei (Unter-)Gewänder an!


Davor gibt Jesus in ironischem Ton einen Katalog vor - zur Ausrüstung der Schüler bei ihrer Entsendung. Hier erfolgt nun der abrupte Wechsel in zwei direkte, wiederum prädikatlose Befehle (vgl. 2,22), wodurch die Fallhöhe zu den belanglosen Aufträgen danach umso deutlicher wird. -


Die Ironie bezieht sich auf die sog. Bindegewalt der Zwölf sowie auf ihren Machtanspruch, der in dem Bild zweier Untergewänder zum Ausdruck kommt (anstelle zweier Mäntel).


7,3.4

– οἱ γὰρ Φαρισαῖοι καὶ πάντες οἱ Ἰουδαῖοι ἐὰν μὴ πυγμῇ νίψωνται τὰς χεῖρας οὐκ ἐσθίουσιν, κρατοῦντες τὴν παράδοσιν τῶν πρεσβυτέρων, καὶ ἀπ’ ἀγορᾶς ἐὰν μὴ βαπτίσωνται οὐκ ἐσθίουσιν, καὶ ἄλλα πολλά ἐστιν ἃ παρέλαβον κρατεῖν, βαπτισμοὺς ποτηρίων καὶ ξεστῶν καὶ χαλκίων –


Diese eingeschobene, mühsame wie überflüssige Begründung für die Frage der Pharisäer und Schreiber, warum die Schüler denn nicht nach der Überlieferung der Ältesten wandeln, ist ein Sprachbild für die Umständlichkeit verklausulierter Rechtstexte.


Dabei ist die Faust im Kontext des Händewaschens ebenso ein Witz wie die anschließende Frage, durch die die Bedrängnis der judäochristlichen Schüler von beiden Seiten illustriert wird. Den einen sind sie zu traditionsverhaftet (vgl. 2,22), den anderen sind sie es zu wenig, wie den Fragestellern hier - mit ihrer so mühsam eingeführten Frage.


12,9

τί [οὖν] ποιήσει ὁ κύριος τοῦ ἀμπελῶνος; ἐλεύσεται καὶ ἀπολέσει τοὺς γεωργοὺς καὶ δώσει τὸν ἀμπελῶνα ἄλλοις.

quid ergo faciet dominus vineae veniet et perdet colonos et dabit vineam aliis

Was wird der Herr des Weinstocks tun? Kommen wird er und vernichten wird er die Bauern. Und er wird den Weinstock anderen geben.


Die Frage greift asyndetisch, ohne ein also (οὖν), in den Kontext des noch unvollständigen Rätsels ein, das meist falsch oder irreführend, oft auch grob antijüdisch, ausgelegt wurde und wird. Dazu - sowie zu der Frage, ob von einem Weinberg oder, wie hier angegeben, vom Weinstock die Rede ist, folgt ein separater Beitrag.


14,49f

καθ’ ἡμέραν ἤμην πρὸς ὑμᾶς ἐν τῷ ἱερῷ διδάσκων καὶ οὐκ ἐκρατήσατέ με· ἀλλ’ ἵνα πληρωθῶσιν αἱ γραφαί. Καὶ ἀφέντες αὐτὸν ἔφυγον πάντες.

Täglich war ich gegen euch im Heiligtum lehrend und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber, damit die Schriften erfüllt werden, […], und sie verließen ihn und flohen alle.


Die lateinische Übersetzung mit apud (vgl. Bild oben, statt mit contra) ist in die deutsche Übersetzungstradition eingegangen. Zur Bedeutung der Stelle s.o..


14,53f

[...] καὶ συνέρχονται πάντες οἱ ἀρχιερεῖς καὶ οἱ πρεσβύτεροι καὶ οἱ γραμματεῖς καὶ ὁ Πέτρος ἀπὸ μακρόθεν ἠκολούθησεν αὐτῷ [...]

[...] et conveniunt omnes sacerdotes et scribae et seniores Petrus autem a longe secutus est eum [...]

[...] und es verbünden sich alle, die Oberpriester und die Ältesten und die Schreiber und der Petrus - von Weitem folgte [er] ihm [...]


Der in den Handschriften fortlaufend und ohne Satzzeichen aufgeschriebene Text erlaubt eine vielsagende Andeutung, die sich in Übersetzungen so nicht wiedergeben lässt - und in der Vulgata absichtlich beseitigt wurde.


Petros folgt der Reihe der Gegner Jesu unmittelbar - und ihm selbst dabei nur von Weitem. Die Vulgata übernimmt die Reihe, setzt aber Petros adversativ von ihr ab (autem). Außerdem macht sie die besonders trickreiche Umkehrung der Reihe nicht mit. Waren bei Mk die Ältesten immer am Ende der Reihe genannt, so sind es hier erstmals die Schreiber, denen Petros offensichtlich besonders nahe steht.


14,71

ὁ δὲ ἤρξατο ἀναθεματίζειν καὶ ὀμνύναι ὅτι οὐκ οἶδα τὸν ἄνθρωπον τοῦτον ὃν λέγετε.

Ille autem coepit anathematizare et iurare: Quia nescio hominem istum quem dicitis

Er aber begann, den Bann zu vollstrecken und zu schwören: Nicht kenne ich diesen Menschen, den ihr nennt […]!


Dass Petros hier den Bann über Jesus vollstreckt, entspricht seiner Apostasie. Wie er das tut, ist Ausdruck des Sarkasmus des Mk. Der letzte Satz des Petros in direkter Rede wird nicht zu Ende gebracht; damit entfällt offenbar der [Christus-]Titel. Es ist, als ob Petros ihn erst den Anwesenden in die Schuhe schieben will, dann aber doch verschluckt. Mehr dazu: https://www.skandaljuenger.de/post/übersetzungsfehler-in-der-bibel-fehler-der-vulgata-4-2-ultima-verba-petri-mk-14-71



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